Austausch von ineffizienten Haushaltsgroßgeräten bei Privatkunden

Geldscheine und ein Stromkabel liegen auf dem Tisch
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In Privathaushalten bestehen oftmals hohe Stromeinsparmöglichkeiten, wobei viele Effizienzpotenziale bislang ungenutzt bleiben. So weisen beispielsweise Haushaltsgroßgeräte im aktuellen Bestand bei vielen deutschen Privathaushalten Effizienzklassen unterhalb der Kategorie B auf. Durch eine Neuanschaffung von hocheffizienten Geräten der Klasse A+++ lassen sich hier hohe Stromeinsparungen realisieren. Im Rahmen von Sammelprojekten, die von einem sogenannten „Projektbündler“ koordiniert werden, können bei STEP up! auch Privathaushalte als Zielgruppe adressiert werden. Projektbündler erhalten somit die Möglichkeit, ihren Kunden durch eine Förderung Anreize für den Kauf eines effizienten Gerätes zu bieten.

Optimierungspotenziale und mögliche Effizienzmaßnahmen

Neben den Stromeinsparungen, die der Austausch alter Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen oder Gefriertruhen mit sich bringt, bieten hocheffiziente Haushaltsgroßgeräte häufig durch zusätzliche Funktionen zudem einen deutlichen Komfortgewinn für den Kunden. Parallel zur Förderung der Effizienzmaßnahme bei seinen Kunden werden auch die administrativen Projektkosten des Projektbündlers anteilig gefördert. Die Förderung über Sammelprojekte kann zum Beispiel im Rahmen einer Werbekampagne zur Kundenbindung umgesetzt werden. Denkbar wären solche Maßnahmen bspw. bei Unternehmen mit einem großen Kundenstamm, wie regionalen Energieversorgern, Energieberatern oder Energieagenturen.

Projektidee

Ein Projektbündler plant, 5.000 Kühlschränke bei Privathaushalten auszutauschen. Es ergeben sich dabei folgende durchschnittliche Kosten:

  • Investitionsmehrkosten für die hocheffizienten A+++-Kühlschränke im Vergleich zu A+-Geräten in Höhe von 1.500.000 € (300 € pro Gerät),
  • Investitionsnebenkosten (für Lieferung und Anschluss) in Höhe von 250.000 € (50 € pro Gerät),
  • und damit in Summe Investitionsgesamtkosten in Höhe von 1.750.000 €.

Im Rahmen von STEP up! werden bis zu 30 % dieser zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Somit kann die Förderpauschale für die Dritten im Beispiel maximal 105 € betragen. Um die Chancen, dass sein Sammelprojekt im Förderwettbewerb den Zuschlag erhält, zu erhöhen, beantragt der Bündler jedoch eine Förderpauschale in Höhe von nur 100 €. Die maximal zuwendungsfähigen Overheadkosten ergeben sich zu 25 % der zuwendungsfähigen Kosten für die Dritten, d. h. der Summe aus Investitionsmehrkosten und Investitionsnebenkosten. Im vorliegenden Beispiel würde dies förderfähige Overheadkosten in Höhe von 437.500 € entsprechen. Bei einer maximalen Förderquote von 30 % ergibt sich somit eine maximale Overheadpauschale pro Maßnahme von circa 26 € für die anteilige Finanzierung der administrativen Projektkosten des Bündlers.

Grundlegende Kriterien für eine Förderung durch STEP up! sind, dass die Maßnahme sich erst nach mehr als drei Jahren amortisiert und der sogenannte „Kosten-Nutzen-Wert“ von maximal 0,10 €/kWh nicht überschritten wird.

Durch die in der vorliegenden Projektidee eingesetzten hocheffizienten Kühlschränke können jährlich pro Gerät 300 kWh an elektrischer Energie eingespart werden. Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren ergibt sich somit eine Stromeinsparung von 3 MWh. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,3 €/kWh amortisiert sich die Effizienzmaßnahme ohne Förderung nach knapp neun Jahren, mit maximaler Förderung bereits nach knapp acht Jahren.

Der Kosten-Nutzen-Wert der Maßnahme ergibt sich aus dem Quotienten der beantragten Fördersumme (Kosten) und der Stromeinsparung über die gesamte Nutzungsdauer der Technik (Nutzen). Bei der beantragten Fördersumme liegt der Kosten-Nutzen-Wert in der vorliegenden Projektidee bei 0,042 €/kWh und damit unterhalb des bei STEP up! zugelassenen Grenzwertes von 0,1 €/kWh.