Rund 30 % Energieersparnis dank Wärmerückgewinnung an Waschanlagen

Waschtrommel
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In industriellen Wäschereien kommen häufig Taktwaschanlagen zum Einsatz, die einen kontinuierlichen Betrieb mit einem hohen Automatisierungsgrad ermöglichen. Eine Taktwaschanlage besteht dabei aus mehreren Kammern, die von der Wäsche jeweils sukzessive durchlaufen werden. Um den Wasser- und Wärmeverbrauch zu reduzieren, wird das Waschwasser im Gegenstrom zur Wäsche geführt. Somit steigt die Schmutzbeladung des Waschwassers von Kammer zu Kammer an und ist beim Austritt aus der Waschanlage so hoch, dass es für eine Wärmerückgewinnung mit normalen Plattenwärmetauschern ungeeignet ist.

Optimierungspotenziale und mögliche Effizienzmaßnahmen

Durch den Einsatz spezieller Rohr-in-Rohr-Wärmetauscher, die auch bei stark verschmutzten Abwässern verwendet werden können, lässt sich eine Wärmerückgewinnung am Abwasser der Taktwaschanlage installieren. Dadurch kann das Waschwasser vorgewärmt und der Energieverbrauch zu dessen weiterer Erwärmung erheblich reduziert werden. Zusätzlich ergeben sich weitere Einsparpotenziale durch die Installation geregelter Hocheffizienzpumpen in der Waschanlage.

Projektidee

In einer Wäscherei soll eine Wärmerückgewinnung am Abwasser einer Taktwaschanlage nachgerüstet werden. Hierdurch kann der Energiebedarf zur Erwärmung des Waschwassers um rund 1.000 MWh pro Jahr reduziert werden. Dies entspricht einer Einsparung von 29 % des jährlichen Energiebedarfs zur Warmwasserbereitung. Darüber hinaus kann durch den Austausch bestehender Pumpen in der Waschanlage durch neue, hocheffiziente Pumpen der Verbrauch um etwa 56 MWh und damit um etwa 1 %  des jährlichen Strombedarfs gesenkt werden.

Kosten für die Umsetzung:

  • Investitionskosten für die Wärmerückgewinnung (Wärmetauscher, Pumpen, Regelung) von rund 138.000 €
  • Investitionsnebenkosten (Planung, Installation, Messtechnik und Inbetriebnahme) in Höhe von etwa 92.000 €
  • Summe Investitionsgesamtkosten in Höhe von 230.000 €

Von diesen Kosten können bei STEP up! maximal 30 %, d.h. max. 69.000 €, gefördert werden. Die tatsächliche Höhe der jeweils förderfähigen Kosten hängt letztlich davon ab, ob es sich bei der Maßnahme um eine vorgezogene Ersatz-, Zusatz- oder Erneuerungsinvestition handelt. Ausführliche Hinweise zu den Investitionstypen finden sich im Merkblatt „Allgemeine Hinweise zur Antragstellung in STEP up!“, welches unter „Teilnehmen“ und „Ausschreibungsrunden“ auf den STEP up!-Webseiten zu finden ist.

Grundlegende Kriterien für eine Förderung durch STEP up! sind, dass eine Maßnahme sich erst nach mehr als drei Jahren amortisiert und der sogenannte „Kosten-Nutzen-Wert“ von maximal 0,10 €/kWh nicht überschritten wird.

Die Förderung bei STEP up! ist grundsätzlich auf reine Stromeffizienzmaßnahmen beschränkt. Im Rahmen der geschlossenen Ausschreibung sind nun aber auch investive Projekte förderfähig, die zusätzlich wärmeseitig Effizienzverbesserungen anderer Energieträger bewirken. Wird in der vorliegenden Projektidee das Warmwasser z. B. in einem Gas-Heizkessel bereitet, so können auch die mit Umsetzung der Maßnahme realisierten Gaseinsparungen bei der Berechnung der Gesamteinsparung berücksichtigt werden. Da das Ranking im Wettbewerb auf Grundlage des Kosten-Nutzen-Werts erfolgt, welcher in €/kWh angegeben wird, müssen alle Energieeinsparungen mittels der jeweiligen Primärenergiefaktoren in sog. „Stromverbrauchsäquivalente“ umgerechnet werden. Hierzu finden Sie auf der Webseite von STEP up! den „Energierechner Strom-Wärme“ sowie weitere Hilfestellungen.

Durch die in der Projektidee eingesetzte Wärmerückgewinnung können jährlich rund 1.000 MWh Gas (entspricht 551 MWh Stromverbrauchsäquivalenten) und 56 MWh Strom eingespart werden. Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren ergibt sich somit eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 6.070 MWh Stromverbrauchsäquivalente. Bei einem Strompreis von 0,15 €/kWh und einem Gaspreis von 0,05 €/kWh amortisiert sich die Effizienzmaßnahme ohne Förderung nach knapp vier Jahren, mit maximaler Förderung bereits nach etwa 2,8 Jahren.

Der Kosten-Nutzen-Wert der Maßnahme ergibt sich aus dem Quotienten der beantragten Fördersumme (Kosten) und der Energieeinsparung über die gesamte Nutzungsdauer der Technik (Nutzen). In der vorliegenden Projektidee liegt der Kosten-Nutzen-Wert bei 0,011 €/kWh und damit unterhalb des bei STEP up! zugelassenen Grenzwertes von 0,1 €/kWh.