Die Höhe der Förderquote bei STEP up!

Das Förderprogramm STEP up! unterliegt dem EU-Beihilferecht. Grundlage für die Ermittlung der förderfähigen Kosten bei STEP up! bildet die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO). Gemäß Artikel 38 Absatz 3 AGVO können die förderfähigen Kosten, die sich aus den Investitionsmehrkosten und den Investitionsnebenkosten von Effizienzmaßnahmen zusammensetzen, mit maximal 30 Prozent bezuschusst werden. Dabei sind:

Die Investitionsmehrkosten die Kosten, die für die Verbesserung der Effizienz erforderlich sind (Kosten für Einsatz von Hocheffizienztechnologie).

Die Investitionsnebenkosten die Kosten, die z.B. für die Ausführungsplanung, Montage, Installation oder Umsetzung des Messkonzepts entstehen.

Bei der Bestimmung der Investitionsmehrkosten unterscheidet Artikel 38 Absatz 3 AGVO grundsätzlich zwei Fälle, die im Folgenden dargestellt werden.

Artikel 38 Absatz 3 a AGVO: Kosten für die Verbesserung der Effizienz können separat ermittelt werden

Können bei den Gesamtinvestitionskosten die Kosten, die zur Verbesserung der Effizienz dienen, getrennt ausgewiesen werden, so sind diese Kosten die förderfähigen Kosten. Im Extremfall können somit die Gesamtinvestitionskosten als förderfähigen Kosten geltend gemacht werden. Dies ist möglich, wenn die Maßnahme ausschließlich aus Gründen der Effizienzverbesserung durchgeführt wird (vgl. Abbildung 1). Diese Ausschließlichkeit ist vom Antragsteller plausibel darzustellen.

Im Säulendiagramm zeigt den Fall, wo die gesamte Investition in neue Technik rein aus Effizienzgründen passiert. Hier entsprechen die gesamten Investitionskosten den Investionsmehrkosten. Zudem können zur Ermittlung der förderfähigen Kosten die Investionsnebenkosten mit berücksichtigt werden. Somit können die Gesamtkosten aus Investitionsmehrkosten und -nebenkosten mit 30 Prozent gefördert werden.
Abbildung 1: Förderfähige Kosten bei einer Maßnahme, die ausschließlich der Effizienzsteigerung dient © VDI/VDE-IT

 

Artikel 38 Absatz 3 b AGVO: Kosten für die Effizienzverbesserung sind nicht separat ermittelbar

Kann der Anteil der Kosten für die Effizienzsteigerung an den Gesamtinvestitionskosten nicht separat ermittelt werden, muss für die Bestimmung der Investitionsmehrkosten ein Referenzszenario herangezogen werden. Die Investitionsmehrkosten berechnen sich dabei als Differenz zwischen den Investitionskosten für die Hocheffizienztechnologie und den Investitionskosten für das Referenzszenario (Standardtechnologie, die ohne den Zuschuss zum Einsatz käme). Beispiele können Investitionen sein, die neben der Energieeffizienzsteigerung z.B. auch zu einer Verbesserung bei der Fertigungskapazität, -tiefe oder Produktqualität im Unternehmen führen.

Im Säulendiagramm zeigt den Fall, wo die gesamte Investition in neue Technik nicht nur aus Effizienzgründen erfolgt, sondern auch zur Erhöhung der Produktion führt. Die Ermittlung der reinen Effizienzkosten muss hier durch die Bildung einer Referenzinvestition erfolgen. Die Investitionsmehrkosten entsprechen der Differenz aus der Investition in Hocheffizienz- und Referenzanlage. Zudem können zur Ermittlung der förderfähigen Kosten die Investionsnebenkosten mit berücksichtigt werden. Somit können die Gesamtkosten aus Investitionsmehrkosten und -nebenkosten mit 30 Prozent gefördert werden.
Abbildung 2: Förderfähige Kosten bei einer Maßnahme, die nicht allein der Effizienzsteigerung dient© VDI/VDE-IT

 

Eine Auswahl an Standardtechnologien finden Sie in der „Referenzwertliste Standardtechnologien“.  Grundsätzlich können als Referenz für Standardtechnologien die Vorgaben gemäß Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG herangezogen werden.

Sollte es für die komplexe, systemische Modifikation von Anlagen oder Prozessen bei bestimmten Anwendungen nicht möglich sein, eine Referenztechnologie anzugeben, weil z. B. für einen hochkomplexen Anlagenumbau keine sinnvolle Referenz möglich ist, so ist dies im Antrag plausibel zu erläutern. In diesen speziellen Fällen kann die Referenzinvestition mit Null angesetzt werden, das heißt, hier entsprechen die Investitionsmehrkosten den Investitionskosten. Der Projektträger prüft im Rahmen der Antragsbewertung, ob diesem Ansatz im Einzelfall zugestimmt werden kann.